Die Sache mit dem Mittelmaß

Es gibt Menschen, die arm sind, Menschen, die reich sind und Menschen, die irgendwo dazwischen überleben. Das dazwischen nennt man Mittelmaß. Die Standards im Mittelmaß reichen aus, um genug zu Essen zu haben und den ein oder anderen Urlaub bezahlen zu können. Tatsächlich ist es sogar so, dass Menschen im Mittelmaß den meisten Urlaub machen, da sie der erholsamen Freude von Produktivität nicht gewahr sind.

Sind die grundlegenden Bedürfnisse gedeckt, kann man sich als Mensch um seine Selbstverwirklichung kümmern. Doch warum bleiben so viele Leute dann in der Mitte stecken und geben sich mit den Grundbedürfnissen zufrieden? Warum kümmern sich nicht mehr Menschen darum, herausragend zu werden?

Warum entscheiden sich Menschen für das Mittelmaß?

Sie wissen nicht, dass sie eine Wahl haben

Eine weit verbreitete Meinung ist, dass es Menschen mit Naturtalent gibt, die “von Gott” (oder von Aliens) besonders bevorzugt worden sind. Das ist kein Witz, sondern leider die Realität.

Naturtalent existiert nur als Ausrede, die Menschen im Mittelmaß benutzen, um sich nicht anstrengen zu müssen. Jeder Mensch hat ein Naturtalent. Manche sind praktisch veranlagt, manche haben einen ausgeprägten Hörsinn.
Es gibt so viele Formen von Talent wie Fingerabdrücke, denn Talent ist nichts anderes als die einzigartige Mischung aus Interessen, Veranlagungen, Gedanken und Werten eines Menschen.
Wie ein auf das Leben lauerndes Samenkorn in der Erde.

Aber das glauben leider die Wenigsten. Man kann sich nicht mal mehr Alien-Sendungen anschauen. Neulich wurde in einer dieser Sendungen das einzigartige Leben und Werk von Leonardo da Vinci damit begründet, dass er wahrscheinlich von Aliens Wissen eingeflößt bekommen hat, das anderen Menschen vorenthalten wurde. Er war ein Auserwählter. OMG! Nicht dass ich nicht an Aliens glauben würde (“I don’t want to believe, I want to know!”)… doch wem so etwas einfällt, der hat keine Ahnung, wozu er selbst fähig wäre, wenn er die Verantwortung für sich übernehmen würde.

Leonardo da Vinci war ein extrem produktiver Mensch, der sich jeden einzelnen Tag die unfassbare Mühe gemacht hat, die Natur und alles, was darin enthalten ist, zu verstehen. Dass er es geschafft hat, auf so vielen verschiedenen Feldern so große Fortschritte zu erzielen ist wahrlich außergewöhnlich. Aber anstatt dass man dies seiner Leidenschaft, seiner Produktivität, seiner Vorstellungskraft und seiner unendlichen NEUGIER zuschreibt, muss es eine andere Erklärung dafür geben… die einzig logische Erklärung kann nur sein, dass er in den 2 Jahren, die in seiner Biographie fehlen, in der von ihm entdeckten Höhle ein Zeitportal in das Reich der Aliens genommen hat (warum fehlen diese Jahre dann? Er hätte ja einfach zum Ausgangspunkt zurückreisen können?!). Dort wurde ihm all sein Wissen instant eingetrichtert. Er selbst hat REIN GARNICHTS dafür getan – wtf!

Dabei sollte Leonardo da Vinci sogar ein Paradebeispiel dafür sein, was man mit Leidenschaft alles schaffen kann und der Beweis dafür, dass es sowas wie Talent nicht gibt. Denn der Begriff Talent definiert eine besondere Begabung in einem abgegrenzten Feld. Wie soll man ein Talent in ALLEN Bereichen, die es gibt, haben? Wie Anatomie, Astronomie, Geologie, Architektur, Mechanik,…. um nur einige von da Vincis Interessen zu nennen. Das kam auch den Alien-Forschern komisch vor, also muss er ja mit den Aliens unter einer Decke gesteckt haben. Bei aller Liebe zu Aliens, das geht zu weit.

Leonardo da Vinci hat sich jeden einzelnen Tag den Arsch aufgerissen. Schau dir nur mal seine Spiegelschrift an. Er hat in Spiegelschrift geschrieben, damit andere Menschen seine Notizen nicht lesen konnten. Warum hat er das gemacht? Weil ihm seine Erkenntnisse so viel wert waren, da er dafür wie ein Irrer geschuftet hat. Niemand hat ihn anfänglich für seine Erfindungen und Tüfteleien bezahlt, also hat er sie behütet wie einen Schatz. Denn Produktivität IST ein Schatz. Wäre er von Gott oder den Aliens beglückt worden, hätte er sein “Naturtalent” als selbstverständlich und normal angesehen und es wäre ihm nicht so viel wert gewesen, es zu beschützen.

Erfolg ist nichts, was einem zufällig in den Schoß fällt, weil man Glück gehabt hat, Gott einen gesegnet hat oder man von Aliens gechipt wurde. Erfolg ist ein Entscheidung. Jeder kann sie treffen.

Und wenn sogar viele Menschen mit der Kraft ihrer eigenen Gedanken so weit kommen, zu verstehen, dass es eine Wahl gibt, dann scheitern sie als nächstes daran, dass sie eine falsche Vorstellung von Erfolg haben.

Sie wissen nicht, was Erfolg bedeutet

Angenommen ein Mensch hat verstanden, dass sich ein anderer Mensch für den Erfolg und gegen das Mittelmaß entscheidet. Dann wird er, wenn er nicht genauer darüber nachdenkt und die Meinung der Medien bzw. anderer erfolgloser Menschen übernimmt, den erfolgreichen Menschen verachten, denn Erfolg haben nur die Bösen und Reichen auf Kosten der Unschuldigen und Armen.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass so wenige Menschen wirklich erfolgreich werden und sich die Masse im Mittelmaß tummelt. Niemand will so eine Schuld auf sich laden, von seinen Mitmenschen geächtet zu werden und als “egoistisch” zu gelten.

Denk mal darüber nach, was Erfolg wirklich ist. Oder Geld. Geld ist gut. Geld misst den Wert eines Produktes. Ein Produkt ist Materie, die ein Mensch aus seinem Verstand geformt hat. Die Höhe des Einkommens eines Menschen ist deshalb ein Maß für die Brillianz seines Verstandes.

Je mehr Wert ich anderen Menschen, meinen Kunden, liefere, desto mehr Geld werden sie mir geben. Produziere ich diesen Wert nicht, bekomme ich kein Geld.

Ich habe Menschen, die diesen Zusammenhang nicht verstehen schon sagen hören, ein hohes Einkommen wäre durch “Hochstaplerei” (was auch immer das bedeutet – es ist ein nicht zu fassender Begriff), Betrügerei oder gemeine Tricks entstanden. Und wenn jemand schon so viel hat, dann soll er es gefälligst den Ärmeren geben, weil was tut er denn mit dem ganzen Geld. Damit verkünden sie aber gleichzeitig nur öffentlich ihren Neid und dass sie selbst nicht imstande waren, einen hohen Wert für andere Menschen zu produzieren.

Diese Menschen sagen, Geld zu “machen” wäre egoistisch. Doch “Geld machen” bedeutet ja, einen Wert für andere Menschen zu erzeugen. Auf einer einsamen Insel würde es kein Geld geben, denn Geld ist ein Kommunikationsmittel wie Sprache, mit dem man den Eifer eines anderen Menschen wertschätzt. Ein Mensch allein auf einer Insel braucht kein Geld. Wie kann Geld egoistisch sein, wenn ich es als einziger Mensch auf einer Insel nicht brauche? Und es nur bekomme, wenn ich mit anderen Menschen handeln möchte? Und die für ihr Geld einen Wert bekommen? Wie kann Geld egoistisch sein, wenn ich dafür ja etwas gebe?

Dieselben Menschen, die Geld als egoistisch bezeichnen, glauben, dass “anderen Menschen helfen”, die selbstloseste aller Tätigkeiten ist. Doch in Wahrheit helfen sie anderen nur soweit, wie sie ein Gefühl der Nützlichkeit zurückzubekommen, um sich besser zu fühlen. DAS ist Egoismus. Sie sollten für ihre Hilfe Geld verlangen, dann würden sie wenigstens einen echten Wert erzeugen.

Was nichts kostet, ist nichts wert. Das ist einer der klügsten Sprüche aller Zeiten.

Sie denken kurzfristig, emotional oder gar nicht

Unterstellen wir dem Menschen das Beste und gehen davon aus, dass er es bis hierhin begriffen hat. Warum sollte ein Mensch, der weiß, dass er eine Wahl hat und weiß, was Geld wirklich ist, sich nach wie vor für das Mittelmaß entscheiden? Und wie tut er das überhaupt?

Er tut es, indem er kurzfristig denkt und jeden einzelnen Tag entscheidet, weiterhin im Mittelmaß zu leben. Er entscheidet sich vielleicht nicht bewusst dafür, aber er tut es, indem er sich nicht dagegen entscheidet. Und warum entscheidet er sich nicht dagegen? Etwas hält ihn zurück und meistens ist dieses Etwas Angst. Angst vor dem Scheitern, Angst vor Kritik, Angst vor Erfolg und den vielen sich bietenden Möglichkeiten, Angst vor dem Verlassen der Comfortzone, Angst vor dem Aufgeben der vermeintlichen Sicherheit.

Aber Angst vor dem Scheitern können wir schon mal von der Liste streichen. Denn Mittelmaß ist Scheitern. Im Mittelmaß sind wir schon gescheitert, nämlich daran, den größtmöglichen Wert aus unserem Leben herauszuholen.

Kurzfristig gedacht ist im Mittelmaß ja alles in Ordnung. Es besteht keine Notsituation. Man hat Spaghetti auf dem Tisch, den Pool im Garten, und das Einkommen für das nächste Monat ist auch gesichert. Es ist zwar nicht viel, aber mit 2.000 Euro kommt man schon ganz gut weg. Man überlebt.

Deshalb ist das Mittelmaß eine Falle, weil es einen nicht dazu motiviert, mehr zu tun. Vielleicht ist das sogar beabsichtigt (Grundeinkommen und so).

Es gibt sehr viele Geschichten, die erzählen, wie völlig erfolglose Menschen unter der Armutsgrenze reich und erfolgreich geworden sind. Zum Beispiel J.K.Rowling, die große Existenzsorgen hatte und heute mit Harry Potter eine der reichsten Autoren überhaupt ist. Hatte sie halt Glück? Wurde sie von Aliens entführt? Hat Gott ihr eine Portion Naturtalent verpasst? Nein, sonst hätte sie ja keine Existenzsorgen gehabt. Die Aliens hätten sie ja schon früher abholen können. Dann wäre sie gleich erfolgreich geworden.

J.K.Rowling grundelte UNTER dem Mittelmaß herum und hatte große Überlebensnöte. Und gerade DAS hat sie dazu veranlasst, sich darüber Gedanken zu machen, wie sie einen Wert erzeugen kann. Ich weiß nicht, ob sie sich hingesetzt hat und bewusst überlegt hat, wie sie ein Buch schreiben kann, das so einschlägt. Ich glaube eher nicht. Aber sie hat sich damit beschäftigt, was für SIE einen wirklichen Wert hatte. Dies in Zeiten größter Not zu tun und sich nicht im Mittelmaß zu verstecken, verdient die höchste Form von Anerkennung: Geld.

Entscheide dich

Wenn du dich liebend gerne aus deinem Zombie Job befreien würdest und stattdessen in aller Freiheit einen Online Shop betreiben möchtest, aber zögerst, ob das richtig ist, dann stelle diese Option als Variante A einer zweiten Option, die für das Mittelmaß steht, gegenüber. Denn wenn wir uns nicht entscheiden können, dann oft deshalb weil wir uns fragen “Soll ich das tun oder nicht?”. Aber was bedeutet “ODER NICHT”? Deshalb ist es klug, sich die Alternative genauso bewusst vor Augen zu führen. Liste dir auf, was dieses Leben für dich bedeutet und male es dir bis ins kleinste Detail aus und zwar jede Variante. Auch die schlechtere.

Schreibe dir auch eine Grabrede für jedes dieser Leben… was würden die Leute auf deinem Begräbnis sagen, wenn du das wertvolle Leben gelebt hättest? Wer würde kommen? Und was würden sie über dein mittelmäßiges Leben sagen?

Variante A – Ein wertvolles Leben

  • Einen enormen Wert produzieren
  • Mein volles Potential nutzen
  • Mein ideales Selbst erreichen
  • Reichtum
  • Freiheit
  • Leben

Führe diese Liste weiter und frage dich, wie würde ein Tag aussehen, an dem du einen enormen Wert produzierst? Wie würde sich dein Alltag gestalten und dein Leben verändern? Um herauszufinden, was passieren würde, wenn du dich nicht für Variante A entscheidest, stelle ihr Variante B gegenüber.

Variante B – Mittelmaß

  • Mittelmaß
  • Überleben
  • Vermeintliche Sicherheit
  • Wenig Wert erzeugen
  • Keinen Unterschied machen
  • Mein Leben verschwenden
  • Mein Talent und Potential vergeuden

Führe auch diese Liste zu Ende und male dir in allen Einzelheiten aus (oder betrachte die Gegenwart), wohin dieses Leben führt. Was bleibt von dir, wenn du tot bist?

Um das Mittelmaß zu “opfern” und hinter dir zu lassen, musst du dir darüber bewusst werden, dass du an falschen Werten hängst und von Ängsten zurückgehalten wirst. Wenn du das verstanden hast, wird es kein Opfer mehr sein, sondern eine kluge Entscheidung.

Eine Entscheidung, die dein Leben UND das Leben vieler anderer Menschen wertvoller macht. 

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