Geld ist gut

Geld ist gut

Sehr viele Menschen haben eine schlechte Einstellung zu Geld. Man sollte auf jeden Fall dafür offen sein, dass das, was man über Geld denkt, falsch ist und dass man es über die Jahre aus seinem Umfeld und von den Medien so gelernt hat.

Als Selbständiger ist es sehr wichtig, dass man seine Glaubenssätze zum Thema Geld hinterfragt und – wenn sie objektiv falsch sind – korrigiert, sonst macht man sich selbst das Berufsleben sehr schwer.
Ich fasse zusammen, was ich in meinem Umfeld über Geld gehört habe.

Was viele Menschen über Geld denken

  1. Geld ist böse und egoistisch
  2. Geld ist die Ursache allen Übels
  3. Reiche Menschen sind Hochstapler und Betrüger
  4. Moral ist wichtiger als Geld (= Geld ist unmoralisch)
  5. Bedingungsloses Grundeinkommen ist gut, damit niemand mehr im Nachteil ist
  6. Geld spaltet die Gesellschaft
  7. Ein “vernünftiges Auskommen” ist moralischer, als Reichtum
  8. Reichtum ist gefährlich (Leute/der Staat kommen und stehlen ihn dir wieder)
  9. Werte und Zeit sind wichtiger als Geld (total unlogisch, siehe unten)
  10. Soziale Berufe werden nicht so angesehen wie ein Spitzenmanager
  11. Ich würde lieber in einer Tauschgesellschaft leben
  12. Für Geld muss ich meine Familie und meine Prinzipien verraten
  13. Zuerst die Arbeit (für Geld), dann das Vergnügen (=Arbeit ist kein Vergnügen)
  14. ….

Gehen wir es einmal durch.

Ist Geld wirklich böse?

Geld ist gut. Denn Geld ist die Belohnung für Produktivität. Für mich fühlt sich Geld an, wie ein Schatzgoblin in Diablo3. Geld ist ein Bonus für den eigenen Spaß am Spiel namens “Virtuecraft”. Es bringt uns zu Höchstleistungen, ermutigt uns, die eigene Berufung zu finden und eigenverantwortlich zu denken.

Wie soll Geld egoistisch sein,…

… wenn es doch erst Einzug hält, sobald man etwas getan hat, das andere Menschen wertvoll finden und deshalb bezahlen? Geld würde nicht existieren, wäre man ganz auf sich allein gestellt und nur auf sich bedacht. Ja, es gibt Reiche, die ihr Geld durch Betrug erwirtschaftet haben, aber das ist nicht des Geldes schuld, sondern die Schuld des Menschen, der durch Geld mehr Möglichkeiten hat, seine miesen Absichten zu demonstrieren.

Warum ist Moral wichtiger,…

… wenn das Geld einen gar nicht zwingt, zwischen ihm und Moral zu entscheiden?

Geld ist gutDas Vorschieben höherer Werte wie Zeit, Familie, Moral etc. bedeutet nur, dass ein falscher Glaubenssatz bestimmend ist, wie “Für Geld müsste ich meine Familie verraten”. Tatsächlich sollte einem Geld sogar wichtiger sein, als alle anderen Werte (zusammen mit Zeit und Freiheit), denn um Geld+Zeit+Freiheit überhaupt zu erlangen, muss man sich von sämtlichen Ängsten und Abhängigkeiten lösen und die komplette Verantwortung für sich, seine Arbeit und seine Handlungen übernehmen.

Deshalb werden reiche Menschen in Amerika völlig anders gesehen als bei uns in Europa. Denn in Amerika ist Reichtum ein Symbol dafür, dass jemand richtig denkt und ein starkes Mindset hat. Dass er es geschafft hat, seine größten Ängste und Hinderlichkeiten zu überwinden und über sich hinauszudenken und hinauszuwachsen.

Bedingungsloses Grundkommen ist eine Division durch 0

Geld + bedingungsloses Grundeinkommen ist wie eine Division durch 0, völlig paradox und irrational.
Denn Geld misst den Wert einer Leistung. Mit Grundeinkommen werden Werte, Produktivität und Leistung gleichgesetzt und somit neutralisiert – niemand ist mehr dazu aufgefordert, einen Wert für die Gesellschaft zu erzeugen.

Deshalb ist die Angst vor Geld gleichbedeutend mit der Angst vor Wertlosigkeit. Jemand anderer könnte ja besser sein (weil er sich mehr anstrengt). Lieber kriegen alle das Gleiche, dann braucht sich keiner mehr Sorgen machen, dann sind wir alle auf dem selben Level. Die meisten Menschen haben Angst vor zu viel Möglichkeiten, also Angst vor Versagen.

Viel besser ist es doch, dass jeder alle Möglichkeiten hat und es nur in und an ihm selbst liegt, was er daraus macht. Aber bedingungsloses Grundeinkommen ist sicherer, dann übernimmt der Staat für mich die Verantwortung, dann brauch ich nix mehr tun.

Dass Grundeinkommen fatal ist, sieht man schon an der Definition, wenn man einmal nach bedingungslosem Grundeinkommen googelt. Bei den vermeintlichen “Vorteilen von bedingungslosem Grundeinkommen”, auf die man da stößt, krieg ich eine Gänsehaut: “Lebenszeit kann für eigene Interessen genutzt werden”, “die eigene Kreatitivät kann entdeckt werden”… mhm. Man kriegt also Geld, damit man seine Zeit verblödeln kann, wie man es will, anstatt einen Wert für diese Welt und andere Menschen zu erzeugen.

So gesehen ist bedingungsloses Grundeinkommen ganz schön egoistisch, im schlechten Sinne.

Die bösen Spitzenmanager

Die bösen Spitzenmanager verdienen aber so viel und die sozialen Berufe viel zu wenig. Da wäre es doch nur gerecht, das ganze “überschüssige Geld” vom Spitzenmanager auf den armen Sozialhelfer zu übertragen, der ja sogar was für seine Mitmenschen tut, während der Manager diese nur ausbeutet. Von wem wird denn der Spitzenmanager bezahlt? Von jemandem, dem dessen Leistung genau das wert ist.

Und wenn man keinen schlecht bezahlten Sozialberuf haben will, dann steht es einem frei, eine Hildegard von Bingen zu werden, die auf eigene Faust sämtliche Kräuter dieser Welt studiert hat, einfach aus Freude an der Produktivität. Weshalb die tote Hildegard von Bingen noch immer “bezahlt wird”, eine Fan-Gemeinde hat und Bücher veröffentlicht. Sie hat es einfach selbst in die Hand genommen und sich nicht “oben” beklagt, dass ihr Beruf zu wenig bezahlt wird. Sie hat einen Wert erzeugt und dem folgte die Anerkennung.

Milch gegen Karotten

Viele Menschen sehnen sich in eine Gesellschaft ohne Geld, wo jeder mit jedem tauscht. Ich verstehe nicht, warum man so “ums Geld herumarbeiten” muss? Geld ist offenbar das Böse und man muss unbedingt eine Alternative finden wie zB. Tauschen. Geld für Wert IST ein Tausch, ein sehr guter sogar, ein besserer Tausch als Tauschen an sich.

Dorfbewohner A erzeugt Milch, Dorfbewohner B erzeugt Sofas. Dorbewohner B braucht 1x pro Woche Milch, Dorfbewohner A hat aber schon ein Sofa. Diese Dorfbewohner können jetzt nicht miteinander tauschen, weil der Dorfbewohner B leider nichts anderes anzubieten hat außer Sofas. Deshalb (er)”findet” Dorfbewohner C das Geld, damit Bewohner B sein Sofa an Dorfbewohner D verkaufen kann und mit der allgemein gültigen Währung zu Bewohner A geht und sich Milch holt, oder?

Eine Tauschgesellschaft läuft zudem auf das selbe hinaus wie ein bedingungsloses Grundeinkommen: alles soll gleich sein und den selben Wert haben. Milch ist das selbe wie Karotten, Sofas oder Englischunterricht, deshalb kann man es tauschen. Es ist aber nicht das gleiche. Es gibt Dinge, die mehr Wert haben, als andere. Es gibt Menschen, die mehr Wert erzeugen, als andere Menschen. Geld macht diesen Wert sichtbar und wenn man (noch) keinen oder wenig Wert erzeugt, kann man sich dadurch entweder angespornt oder bedroht fühlen.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, wer diesen Wert bestimmt, das wäre eine gute Frage. Und das tut natürlich der freie Markt. Die Nachfrage nach einem Produkt bestimmt dessen Wert. Braucht’s keiner (zum Überleben, zum sich besser fühlen etc.) -> hat es keinen Wert.

Geld ist gut

Geld ist die Belohnung für Produktivität und für etwas von Wert.

Geld ist gut, denn Geld…

  • verstärkt das, was schon da ist und zeigt die Wahrheit (zb. Produktivität oder auch Faulheit)
  • zeigt die Wahrheit über die eigenen Glaubenssätze auf
  • bringt einen dazu, das Beste aus sich herauszuholen
  • spornt einen zu Höchstleistungen an
  • ermutigt dazu, etwas von Wert zu erschaffen
  • ist die Belohung für Produktivität
  • erschafft unendlich viele Möglichkeiten

Besser als Ayn Rand könnte ich aber niemals ausdrücken, was Geld wirklich ist, deshalb kann ich dir nur empfehlen, die “Money Speech” aus ihrem Buch “Atlas Shrugged” anzuhören, am besten auf englisch in diesem Video, da sie in der Originalsprache viel besser wirkt.

Die deutsche Sprache ist dem Geld bzw. Business gegenüber von vornherein negativ eingestellt, wie mir scheint. Schaut man nur mal bei Amazon.de sieht man, dass bei uns die Bücher-Rubrik “Business & Karriere” heisst und auf .com “Business & Money”. Karriere ist komplett aufs Angestellten-Dasein ausgerichtet, während “Money” beinhaltet, dass man es “sich selbst erarbeiten kann”.

Amazon dürfte offenbar gecheckt haben, dass Geld in Amerika ganz anders betrachtet wird, als in Europa. Und man findet ja auch hauptsächlich englische Literatur zu diesem Thema, wohingegen sich die deutschen Bücher eher darum drehen, zu sparen.

Hier nun die unter die Haut gehende “Money Speech”:

Credits: Foto von Didier Weemaels

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